Schwerpunkt · Schufa & Auskunfteien

Schufa-Eintrag & Score: prüfen, korrigieren, löschen.

Kredit abgelehnt, Wohnung verloren, plötzlich nur noch Vorkasse? Hinter solchen Entscheidungen stehen Datenbanken — die Schufa ist nur die bekannteste. Ich prüfe, was über Sie gespeichert ist und ob es dort stehen darf. Und setze Berichtigung und Löschung durch — bei nachweisbaren Folgen auch Schadensersatz.

Woran Sie es merken

Ein Eintrag. Und plötzlich geht nichts mehr.

Auskunfteien arbeiten im Hintergrund. Sichtbar wird das erst, wenn eine Entscheidung gegen Sie fällt.

Kredit oder Finanzierung abgelehnt

Die Bank verweist auf „die Bonität“ — mehr erfahren Sie zunächst nicht. Welcher Score, welche Daten? Genau da beginnt die Prüfung.

Wohnungssuche scheitert an der Bonitätsauskunft

Vermieter verlangen Bonitätsnachweise. Ein alter oder falscher Eintrag entscheidet dann über Ihre Bewerbung — oft ohne dass Sie es merken.

Konto gekündigt, Karte abgelehnt

Banken prüfen laufend. Ein Negativmerkmal kann Kontokündigung, Kartenablehnung oder schlechtere Konditionen auslösen.

Online nur noch Vorkasse

Shops fragen beim Bezahlen im Hintergrund Auskunfteien ab und blenden Zahlarten aus. Sie sehen nur: Rechnung und Lastschrift sind plötzlich weg.

Schattendatenbanken

Die Schufa ist nur die Spitze.

Über Ihre Zahlungsfähigkeit und Ihr „Risiko“ führen mehrere Stellen eigene Datenbanken — Auskunfteien, Warndateien der Versicherer, Sperrsysteme. Von den meisten Einträgen erfahren Verbraucher nie etwas, bis eine Entscheidung gegen sie fällt. Dabei gilt für jede dieser Stellen dieselbe DSGVO — mit denselben Rechten.

SCHUFA

SCHUFA Holding AG, Wiesbaden

Die bekannteste Auskunftei: Konten, Karten, Kredite, Zahlungsstörungen, Anfragen. Seit März 2026 mit neuem Score (100–999 Punkte, zwölf benannte Kriterien) — der alte läuft parallel weiter.

CRIF

CRIF GmbH, Hamburg

Bewertet vor allem im Online- und Versandhandel sowie bei Telekommunikation. Viele „Nur-noch-Vorkasse“-Fälle gehen auf CRIF-Scores zurück.

Creditreform Boniversum

Creditreform Boniversum GmbH, Neuss

Verbraucherdaten für Handel, Banken und Vermieter. Speist sich auch aus dem Inkasso-Umfeld der Creditreform-Gruppe.

infoscore / Riverty

infoscore Consumer Data GmbH, Baden-Baden

Auskunftei der Riverty-Gruppe (Bertelsmann), eng mit Inkasso verzahnt. Einträge entstehen hier oft aus bestrittenen oder längst erledigten Forderungen.

HIS — die Warndatei der Versicherer

seit Okt. 2025: Besurance HIS GmbH

Das „Hinweis- und Informationssystem“ der Versicherungswirtschaft. Wer etwa Schäden meldet, die ein Versicherer als auffällig einstuft, landet hier — und bekommt später schwerer eine Police oder Schadensregulierung.

Spezialregister

KUNO · OASIS u. a.

Daneben existieren Sperrsysteme mit eigenem Zweck: KUNO (Handel, girocard-Sperren nach Diebstahl) oder das staatliche Spielersperrsystem OASIS. Auch hier gilt: Auskunft, Berichtigung, Löschung.

Auch beim Online-Einkauf: Shops fragen beim Bezahlvorgang im Hintergrund Auskunfteien ab und steuern damit, welche Zahlarten Sie sehen — eine Praxis, die das Bundeskartellamt in einer Sektoruntersuchung dokumentiert hat. Wenn bei Ihnen nur noch Vorkasse erscheint, ist das oft ein Score.

Neu in 2026

Score und Gesetz sind im Umbruch — das ist Ihre Chance.

Seit 17. März 2026 vergibt die Schufa einen neuen Score: 100 bis 999 Punkte, erstmals mit zwölf offen benannten Kriterien. Aber: Alter und neuer Score laufen auf Jahre parallel, und nur ein Teil der Banken nutzt bereits den neuen. Welcher Wert Ihrer Ablehnung zugrunde lag, ist damit eine echte — und oft entscheidende — Rechtsfrage.

Gleichzeitig setzt der neue § 37a BDSG dem Scoring erstmals gesetzliche Grenzen: Adressdaten über das Wohnumfeld, Daten aus sozialen Netzwerken oder Kontobewegungen sind als Score-Kriterien tabu. Scores und Entscheidungen, die darauf beruhen, sind angreifbar.

  • Score NextGen seit 17.03.2026100–999 Punkte, zwölf Kriterien — Parallelbetrieb mit dem alten Score
  • Kostenloser DatenzugriffScore und Daten jederzeit einsehbar per Schufa-Portal und App
  • § 37a BDSG: verbotene Kriterienu. a. Wohnumfeld-Adressdaten, Social-Media-Daten, Kontobewegungen
  • EuGH-LinieScoring als automatisierte Entscheidung · Restschuldbefreiung max. 6 Monate

Verbraucherschutz konkret

Ihre Rechte gelten bei jeder dieser Stellen.

Ob Schufa, CRIF, infoscore oder HIS: Die DSGVO unterscheidet nicht nach Bekanntheit der Datenbank.

Art. 15 DSGVO

Kostenlose Datenkopie — bei jeder Stelle

Sie können bei jeder Auskunftei und Warndatei kostenlos abfragen, was gespeichert ist, woher es stammt und an wen es ging. Das ist der erste Schritt jeder Prüfung.

Art. 16 / 17 DSGVO

Berichtigung & Löschung

Falsche Einträge müssen berichtigt, unzulässige oder abgelaufene gelöscht werden. Erledigte Zahlungsstörungen sind grundsätzlich nach drei Jahren taggenau zu löschen, teils früher.

EuGH, C-26/22

Restschuldbefreiung: sechs Monate

Die Information über eine Restschuldbefreiung darf nach der EuGH-Rechtsprechung nur noch sechs Monate gespeichert werden — viele Altbestände sind angreifbar.

Art. 22 DSGVO · EuGH, C-634/21

Grenzen fürs Scoring

Stützt sich eine Entscheidung maßgeblich auf einen automatisiert berechneten Score, gelten die strengen Regeln für automatisierte Einzelentscheidungen — samt Auskunft über die involvierte Logik.

§ 37a BDSG (neu)

Verbotene Score-Kriterien

Seit der BDSG-Novelle sind bestimmte Daten fürs Scoring tabu — etwa Adressdaten über Ihr Wohnumfeld, Daten aus sozialen Netzwerken oder Kontobewegungen. Scores, die darauf beruhen, sind rechtswidrig.

Art. 82 DSGVO

Schadensersatz

Rechtswidrige Einträge und Auskünfte können Schadensersatz begründen — auch für den immateriellen Schaden, etwa bei geplatzter Finanzierung oder verlorener Wohnung.

So gehe ich vor

Vom vollständigen Bild zur Löschung.

  1. 01

    Vollauskunft einholen

    Datenkopien bei allen relevanten Stellen — Schufa, CRIF, Boniversum, infoscore und, je nach Fall, HIS. Erst das vollständige Bild zeigt, wo die Blockade wirklich sitzt.

  2. 02

    Einträge & Score-Basis prüfen

    Ist der Eintrag richtig, zulässig, noch speicherbar? Welcher Score wurde verwendet — alt oder neu — und auf welchen Daten beruht er? Hier zahlt sich aus, dass ich die technische Ebene verstehe.

  3. 03

    Berichtigung & Löschung durchsetzen

    Konkret begründete Anträge mit Frist an Auskunftei und einmeldendes Unternehmen — bei Weigerung über die Aufsichtsbehörde oder gerichtlich.

  4. 04

    Schadensersatz & Folgen klären

    Wenn ein rechtswidriger Eintrag Sie Geld, Vertrag oder Wohnung gekostet hat, prüfe ich Ansprüche nach Art. 82 DSGVO — und wie sich Wiederholungen verhindern lassen.

Kostenklarheit vorab: Wir starten mit einer Ersteinschätzung zum Festpreis — danach wissen Sie, ob sich das Vorgehen lohnt. Eine Rechtsschutzdeckung prüfe ich für Sie. Ablauf & Kosten

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Ein „Löschdienst“ verspricht, alle negativen Einträge zu entfernen. Ist das seriös?

Pauschale Löschversprechen sind unseriös: Richtige und zulässige Einträge lassen sich nicht „wegoptimieren“. Angreifbar sind unrichtige, unzulässige und abgelaufene Einträge — die aber konsequent, mit rechtlicher Begründung statt Serienbrief.

Die Forderung ist längst bezahlt — warum steht der Eintrag noch drin?

Erledigte Zahlungsstörungen dürfen grundsätzlich drei Jahre gespeichert bleiben, in bestimmten Fällen kürzer. Prüfenswert ist aber immer: War die Einmeldung überhaupt zulässig — gemahnt, unbestritten, angekündigt? Wenn nicht, muss der Eintrag ganz weg, nicht erst nach Frist.

Woher weiß ich, welche Auskunftei mich blockiert hat?

Fragen Sie den Anbieter, auf welche Auskunft er seine Entscheidung gestützt hat — das dürfen Sie erfahren. Parallel lohnt die kostenlose Datenkopie bei den vier großen Auskunfteien; bei Versicherungsthemen zusätzlich beim HIS.

Was bedeutet der neue Schufa-Score für mich?

Der seit März 2026 eingeführte Score (100–999 Punkte, zwölf benannte Kriterien) ist transparenter — aber alter und neuer Score laufen jahrelang parallel, und nicht jede Bank nutzt schon den neuen. Bei einer Ablehnung ist deshalb die erste Frage: Welcher Score, welche Datenbasis? Genau dort setze ich an.

Ich habe die Restschuldbefreiung geschafft — der Eintrag ist aber noch da.

Die Restschuldbefreiung darf nur sechs Monate gespeichert werden. Steht sie länger in Ihrer Auskunft, besteht ein Löschungsanspruch — das lässt sich in der Regel zügig durchsetzen.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: Juli 2026.

Ein Eintrag blockiert Sie? Schildern Sie mir Ihren Fall.

Sie erhalten eine klare, unverbindliche Ersteinschätzung: Ist der Eintrag angreifbar, was ist der nächste Schritt — und womit müssen Sie rechnen.